Nimloth

Die Geschichte einer Pute unter vielen und doch so besonders

Am 6. Dezember 2018 holte ich sie mit ihren Gefährtinnen Idril & Elbereth ins Auenland.

3 kleine zierliche Puten, gerettet aus der Massentierhaltung, 3 unter unfassbar vielen, die ihrem, von Menschen vorbestimmten Schicksal folgend, unter unsäglichen Bedingen 9-15 Wochen wachsen, bis sie das, wiederum vom Menschen vorbestimmte Gewicht erreicht haben, um vor allem als Putenbrust auf den Tellern zu landen.

Dieses Schicksal sollte Elbereth, Idril & Nimloth erspart bleiben.

Happy End also?

Ja, für eine (vor)bestimmte Zeit …

Bevor Nimloth, Elbereth und Idril zu uns ins Auenland kamen, waren wir Puten noch nie begegnet. Du? Hast Du schon jemals eine lebendige Pute gesehen?

Überhaupt hatten wir zu Hühnern, Puten und Gänsen eher ein neutrales Verhältnis. Schafe, Schweine, Kühe, Pferde, die waren uns vertraut, mit ihnen konnten wir in Verbindung gehen, aber Vögel? Wie soll das gehen? Sie laufen weg, sind schreckhaft und wollen keinen Kontakt, oder?

Und dann kamen Nimloth, Elbereth & Idril und öffnet für uns die Türe in eine neue Welt.

“Unsere” Puten laufen (solange sie können) gemeinsam über das Gelände, erzählen den ganzen Tag miteinander, sie sind sanft und liebevoll, Konflikten mit anderen ob klein oder groß, weichen sie wo möglich aus.

Eine leckere Mahlzeit, ein Sandbad & Streicheleinheiten sind ihr größtes Glück.

Kein Mensch der bisher zu uns auf den Lebenshof kam sagte, dass er gespannt und neugierig auf die Puten sei, aber am Ende waren sie alle von ihnen verzaubert.

Vorneweg von Nimloth. Kamen Menschen und es ging ihr gut, dann ging sie ohne zu zögern um Kontakt aufzunehmen, sie suchte wirklich Körperkontakt und genoss sichtlich die Streicheleinheiten.

Puten sind die Elfen des Auenlandes.

Ihre erste Nacht im Auenland

Das erste Mal Gras unter den Füßen
Einfach gemeinsam chillen



Nun könnte man denken, sie sind gerettet und nun können sie noch ein langes glückliches Leben in Freiheit genießen.

leider nein. So erbarmungslos wie es sich anhört, ist es auch, sie sind vom Menschen als Produktionseinheit eingerichtet, sie produzieren Fleisch und zwar Brustfleisch, weil genau das vom Konsumenten / Verbraucher gewünscht ist.

Bis zu 40 % Ihres Körpergewichtes macht die Brust aus. Das verkraften weder die Beine, noch die Füße, noch ihr Herz oder Kreislauf. Aber das spielt keine Rolle, denn ihnen wird jedes Recht auf Leben aberkannt.

Sie erleben nie, wie sich Gras unter ihren Füßen anfühlt, Sonne auf ihrer Haut, wie es ist, mit Freunden über eine Wiese zu laufen, geschützt in sauberem Einstreu zu schlafen. Leckeres Essen zu genießen, liebevoll begleitet und umsorgt zu werden. All das erleben Puten nicht.

Sie haben Fleisch zu liefern, sie schreien vor Schmerzen, wenn ihnen die empfindsamen Schnäbel gekürzt werden, sie leiden unsäglich, wenn ihnen die Beine brechen unter ihrem abnormen, vom Menschen gewollten Gewicht, ihre Füße schmerzen unerträglich bei jedem Schritt.

Mit gebrochenen Beinen erreichen sie oft das Wasser nicht mehr und verdursten. Bei vielen von ihnen bricht das Herz unter der Last zusammen.

Bis zu 35 % aller Tierverluste (Tiere, die vor dem Ende der Mast verenden) entstehen durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen.  (Bei Wildputen gibt es quasi keine Herz-Kreislauferkrankungen)

Das ist von den Menschen einkalkuliert, es interessiert niemanden.

Interessiert es Dich?

Du denkst, dass das Ausnahmen sind? Nein, es ist die Regel.

Aber unsere Puten sind ja gerettet und nun können sie noch ein langes glückliches Leben in Freiheit genießen. Das wäre schön. Aber dem ist nicht so, ihnen sind nur wenige Monate bis Jahre vergönnt, oft nur 1-2 Jahre.

In der Zeit leiden sie immer wieder und weiter an dem enormen Gewichtszuwachs und diese Gewichtszunahme ist nicht aufzuhalten. Egal was wir ihnen zu essen geben, keine Diät kann diese unmenschliche Programmierung aufhalten. Sie sterben weit vor ihrer Zeit, oftmals werden sie durch ihr Gewicht umgeworfen und können nicht mehr aus eigener Kraft stehen, sie ersticken qualvoll.

Nimloth starb am 16.01.2020 – sie bleibt unvergessen – leb wohl Nimloth – Du hast uns alle verzaubert.


Da müsste man grundsätzlich was ändern?

Was denkst Du, wer könnte daran etwas ändern?

Bei jeder Mahlzeit haben wir die Wahl und treffen eine Entscheidung darüber, ob wir Teil dieses Systems sein wollen.

Wir brauchen kein Fleisch, was wir benötigen sind Nährstoffe und die erhalten wir auch auf pflanzlichem Wege.

Deshalb triff Deine Entscheidung, schau in Dein Herz und entscheide Dich für das Leben, für das Mitgefühl, den Respekt, die Liebe und die Empathie.

Until every cage is empty – für die Freiheit aller Tiere.