Das Leben unserer Gänse und ihrer Artgenossen.

In loser Folge wollen wir Euch alle unsere Tiere vorstellen. Zunächst unsere Gänse Sam, Merry & Pippin, die seit November 2018 bei uns leben. Wir starten mit ihnen, weil genau jetzt die Zeit ist in der ihre Artgenossen sterben um in der Zeit von St. Martin bis Weihnachten auf den Tellern der Menschen zu landen.

Die meisten Menschen die sich aktiv für die Tiere einsetzen und die Tierqual beenden wollen, haben irgendwann nicht mehr weg schauen können, konnten sich nicht mehr selber damit trösten, dass die Tiere doch genau dafür gezüchtet wurden. Das sie doch sonst gar nicht leben würden. Dass sie es doch bis zu ihrem Tod schön hatten.

Aber wenn man sich bewusst macht, dass diese Tiere

im Baby- oder Kleinkindalter sterben

bis dahin nicht artgerecht gehalten werden, denn z.B. Gänse leben auf abgegrasten Flächen ohne Zugang zu einer Wasserstelle, sie leben in viel zu großen Gruppen und können ihren natürlichen Instinkten nicht folgen

sie gegen ihren Willen getötet werden oder glaubst Du sie sterben freiwillig?

Würdest Du das für Dich wollen?
Und warum denkst Du dann, dass wir das den Tieren zumuten dürfen?

Hättest Du das gedacht?

Nur etwa 14 % des hier konsumierten Gänsefleisches stammt aus Deutschland.

Der Großteil wird importiert. Der größte europäische Gänseproduzent ist Ungarn; das Land exportiert vor allem Stopfleber”produkte”. Polen liegt auf dem zweiten Platz und hat seine Erzeugung innerhalb der letzten Jahre enorm gesteigert.

Weltweit führend ist China, es produziert knapp 95 % des weltweit erzeugten Gänsefleisches.

Haltungsbedingungen

In Deutschland gilt die Europarats-Empfehlung zur Haltung von Hausgänsen aus dem Jahr 1999. Die darin enthaltenen Vorgaben sind zwar verbindlich, die Empfehlung als solche ist jedoch sehr allgemein formuliert. In Deutschland ist die Weidehaltung üblich, wenn auch fast immer ohne Zugang zu Bademöglichkeiten.

In Ungarn, Polen und Frankreich überwiegt hingegen die intensive Gänsehaltung. Große Tiergruppen von tausend Tieren und mehr leben dort in geschlossenen Ställen ohne Rückzugs- oder Ausweichmöglichkeiten. Zuweilen sind sogar Einzel- oder Gruppenkäfige üblich. Das häufig schlechte Stallklima führt zu Entzündungen der Atmungsorgane. Auch Spalten- oder Drahtgitterböden kommen zum Einsatz. Diese führen zu Befiederungsstörungen, Verletzungen und Beinschäden.

Mastverfahren

Es gibt drei übliche Mastverfahren, die sich vor allem in der Mastdauer, aber auch der Unterbringung unterscheiden. Allen Verfahren gemeinsam ist eine Phase der intensiven Fütterung. Die Schnellmast ist in Deutschland eher unüblich, es überwiegen die Intensiv- und die Weidemast.

Schnellmast

Bei der Schnellmast sollen die Tiere innerhalb von zehn Wochen schlachtreif sein. Die Mast erfolgt in geschlossenen Ställen ohne Auslauf, Weidezugang oder Bademöglichkeiten um ein besonders preiswertes Angebot zu ermöglichen.

Die Gänse werden mit höchstens 2 1/2 Monate getötet.

Intensivmast

Die Intensivmast erstreckt sich über 16 Wochen. Die Tiere leben entweder durchgehend in Ställen oder auf der Weide und werden dann abendlich zugefüttert. In den letzten vier Wochen vor der Schlachtung sind auch die Tiere aus der Weidehaltung in Stallungen untergebracht; dort haben sie aufgrund ihrer Größe häufig nur wenig Platz zur Verfügung.

Tiere aus Schnell- und Intensivmast erreichen ein Gewicht von vier bis fünf kg und werden im Handel in der Regel tiefgekühlt angeboten.

Weidemast

Die Gänse leben in diesem Mastverfahren 30 bis 32 Wochen. Nach einer mehrwöchigen Aufzuchtphase im Stall ohne Auslauf werden die Jungtiere schrittweise an die Freilandhaltung auf der Weide gewöhnt.

In den letzten Wochen vor der Schlachtung erfolgt auch hier eine intensivere Mast. Die Gänse sollen ein Schlachtgewicht von etwa 5-8 kg erreichen. Diese Mast dient vor allem der Erzeugung der sogenannten Weihnachtsgänse. Körperteile, die sich in Deutschland schlecht vermarkten lassen – etwa Füße, Flügel und Hälse – werden nach Asien exportiert.

Stopfleber

Eine Stopfleber ist eine krankhaft vergrößerte Leber.

Die Fähigkeit von Gänsen, überschüssige Nahrung durch die Einlagerung von Fett in die Leber als Reserve zu speichern, wird von Menschen missbraucht zur Produktion von Stopfleber (»foie gras«).

Um die Verfettung der Leber herbei zu führen, werden große Mengen Nahrungsbrei in die Mägen der Tiere gepumpt.

Diese Prozedur müssen die Gänse etwa 16 bis 22 Tage lang 2-3 x täglich über sich ergehen lassen.

Durch die Mechanisierung der Zwangsfütterung kann eine Person bis zu 1.000 Tiere pro Stunde stopfen.

Sie ist in Deutschland zwar verboten, die auf diese Weise hergestellten Produkte dürfen aber aus anderen EU-Ländern wie Frankreich (das mit 63% der Hauptproduzent ist) gefolgt von Ungarn, Bulgarien, Spanien und Belgien. Wobei die Produktion in Flandern ab 2023 verboten ist.

2016 hat Deutschland knapp 64 Tonnen Stopfleber aus diesen Ländern importiert.

Nebenwirkungen des Stopfens sind unter anderem Atemnot, Knochenbrüche, Halsverletzungen, Leberblutungen und Herzversagen.

Kurz bevor sie an den Folgen des Stopfens sterben würden, werden die Gänse getötet. Viele von ihnen erliegen jedoch bereits vorher den schweren Verletzungen und Strapazen.

Die Sterblichkeitsrate von Gänsen auf Stopfleberfarmen ist ca. 20-mal höher als die der Tiere, die unter normalen Lebensbedingungen aufwachsen.

Da es zunehmende Proteste kritischer Verbraucher gibt, versuchen viele Produzenten und Vertreiber von Stopfleber, ihren Kunden weiszumachen, dass das Futter den Tieren „in den Hals einmassiert“ wird. Solch ein vermeintlich tierfreundliches Stopfen gibt es jedoch nicht. Die Tiere kommen auch niemals freiwillig zur „Futterquelle“.

Da sollte die Politik etwas gegen unternehmen? Schön wär’s aber da nützen keine Petitionen, denn…

Ein Verbot von Stopfleber in Deutschland ist derzeit überhaupt nicht möglich.

Frankreich, das Heimatland und der Haupt”produzent” der Stopfleber, hat im Jahr 2005 Foie gras als gastronomischen Kulturerbe erklärt und somit dieses Produkt vom Tierschutzgesetzt ausgenommen.

Alle EU Staaten sind verpflichtet, Produkte die in einem EU-Land produziert werden, in ihrem Land zum Verkauf zuzulassen.

Ein politisches Verbot wäre z.B. unter einer der folgenden Voraussetzungen möglich:

  1. Deutschland tritt aus der EU aus
  2. Frankreich und alle anderen Stopfleber produzierenden Länder in der EU, verbieten die Herstellung von Stopfleber
    oder
  3. Die EU beschließt ein Verbot von Stopfleber

Rechtliche Möglichkeiten aus Sicht der Albert- Schweitzer – Stiftung:

Zitat: Albert – Schweitzer – Stiftung:
“Ein vollständiges Einfuhrverbot, das auch die ausländische Stopfleberproduktion reduzieren würde, stellt eine Handelsbeschränkung dar. Solche Handelsbeschränkungen sind aufgrund vorausgehender Beschlüsse des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) nicht möglich. Vorrangig wäre es stattdessen, Länder wie Ungarn, Frankreich und Belgien dazu zu bewegen, das Europäische Tierhaltungsübereinkommen einzuhalten und die EU-Nutztierhaltungsrichtlinien umzusetzen
.

Des Weiteren sind nach dem deutschen Strafgesetzbuch in Deutschland angestiftete Taten strafbar, selbst wenn sie im Ausland begangen werden.

Die systematische Einfuhr von Stopfleberprodukten wäre daher im Sinn der Beihilfe zu einer Straftat als rechtswidrig einzuordnen und zu verfolgen; zumal der Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz definiert wurde (Artikel 20a). Bislang ist Deutschland aber nicht in dieser Weise gegen Frankreich als seinen wichtigsten Partner in der EU vorgegangen.”


Klingt das für Euch danach, als wenn sich zeitnah was ändern könnte?
Eines ist klar, es wird nur produziert, was Menschen konsumieren.

Mach DU den Anfang, sag NEIN zur Tierqual.

Wusstest Du,

das es auch Entenstopfleber gibt?

Die Stopfmast der Enten erfolgt über 12 bis 15 Tage, Gänse werden bis zu 21 Tage gestopft.

Feder- und Daunenproduktion

Ein weiteres unsägliches Kapitel der Tierausbeutung auf das ich später noch ausführlich eingehen werde.